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Risiken der Nanotechnologie

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Der Mensch des 21. Jahrhunderts hat Technologien geschaffen, die unser Leben auf einzigartige Weise revolutionieren. Die Nanotechnologie gehört zweifelsohne dazu. Nanopartikel: So klein, dass man sie nicht sehen kann – und doch sind sie überall auf dem Vormarsch. Ob in Nahrungsmitteln, in Verpackungsmaterial, selbst in Kosmetikprodukten und Kleidern.

Bedenklich allerdings: Produktion und Vermarktung moderner Nano-Produkte entwickeln sich bedeutend schneller als die wissenschaftliche Abklärung möglicher Nanotechnologie-Risiken und Nebenwirkungen. Ein fatales Missverhältnis, denn nicht selten zeigt sich langfristig, dass anfangs bejubelte, neuartige Technologien teilweise auch dramatische Schattenseiten haben können.

Nanotechnologie und Umwelt

Nanopartikel verbessern Eigenschaften und Wirksamkeit der unterschiedlichsten Stoffe und Produkte. Allerdings können die umstrittenen Kleinstpartikel auf unterschiedlichste Weise aus ihrem gewünschten Stoffzusammenhang austreten und in die Umwelt gelangen, wo sie auf unerwünschte Weise nicht minder wirksam sind. Auf direktem Weg kommen Nanopartikel als Düngemittel oder Sprays unmittelbar mit der Umwelt in Kontakt. Der indirekte Weg führt bei Herstellung, Benutzung und Entsorgung entsprechender Produkte über das Abwasser in Flüsse, Seen und letztlich auch in unser Grundwasser. Auch die Müllverbrennung sorgt für ungewollte Verbreitung der winzigen Partikel. Sind sie erst einmal freigesetzt, verteilen sich die ökologischen Fremdstoffe ungehindert. Erfahrungen zeigen, dass sich freigesetzte Stoffe über fließende Gewässer, Meere, Luftströme und letztlich auch durch die Nahrungskette über die ganze Erde verteilen.

Nanomaterialien machen da keine Ausnahme. Sind sie erst einmal in der Luft, setzen sich auch im Boden fest und reichern sich im Wasser an. Schon dort kann ihre mögliche Wirkung auf ökologisch hochwirksame Bakterien und Mikroorganismen verheerend sein. Noch bedenklicher ist allerdings die Tatsache, dass Nanopartikel nach ihrer Freisetzung auch zum Bestandteil der Nahrungskette werden. Von Pflanzen und Tieren aufgenommen, landen die Nanoteilchen letztlich wieder beim Verbraucher, diesmal allerdings als potentieller Schadstoff.

Über die möglichen Nanotechnologie-Risiken und die unerwünschten Auswirkungen, die Nanopartikel letztlich auf unser Öko-System haben können, ist bisher nur wenig bekannt. Langzeiterfahrungen gibt es keine. Geeignete Mess- und Testverfahren, die Nanopartikel in Umwelt oder lebenden Organismen nachweisen könnten, stecken noch in den Kinderschuhen. Gesicherte Erkenntnisse darüber, wie sich die unsichtbaren Zwerge langfristig auf Gesundheit und Umwelt auswirken können, liegen bislang schlicht nicht vor.

Sicher ist derzeit nur eines: Der Einsatz von Nanomaterialien steigt immer weiter an. Somit muss davon ausgegangen werden, dass sich freigesetzte Partikel auch in vermehrten Umfang in der Umwelt anreichern. In welcher Größenordnung dies bereits geschehen ist, ist aufgrund der fehlenden Test- und Messverfahren derzeit allerdings völlig ungeklärt. Für langfristige Prognosen kann man sich zum augenblicklichen Stand der Forschung nur auf einige wenige Studien stützen. Das Ergebnis dieser ersten wissenschaftlichen Beobachtungen ist allerdings mehr als beunruhigend.

So hat sich das zunehmend eingesetzte Nano-Silber, das wegen seiner antibakteriellen Wirkung verwendet wird, auch als toxisch für wichtige Nutzbakterien unseres Öko-Systems erwiesen und auch Titandioxid sowie Zinkoxid auf Nanobasis haben in entsprechenden Tests ihre Schädlichkeit für verschiedene ökologisch wertvolle Wasserlebewesen gezeigt.

Nanotechnologie im menschlichen Körper

Nanoteilchen sind stark verkleinerte Partikel einer chemischen Zusammensetzung. Durch ihre komprimierte Größe verleihen sie Stoffen je nach Einsatzgebiet eine bessere Leitfähigkeit, Löslichkeit oder auch Festigkeit. Auch erhöhen Nanoteilchen die chemische und biologische Wirksamkeit entsprechender Produkte. Wirken sie dort, wo sie nicht hingehören, können sie sich allerdings als hochgiftig erweisen.

Ein gewünschter Technologie-Vorteil der Nanopartikel: aufgrund ihrer geringen Größe können sie Stoffschichten wesentlich leichter durchdringen als größere Teilchen. Vorteil und Risiko zugleich: auch der menschliche Körper hat den winzigen Eindringlingen kaum eine Schutzbarriere entgegenzusetzen. Und so können Nanopartikel auf unterschiedlichste Weise in den menschlichen Organismus eindringen, ohne dass wir es bemerken. Ob über Luft, Nahrung und Wasser oder über den indirekten Weg durch die Haut. Selbst über den Riechnerv sollen die Mikroteilchen ihren Weg in unseren Körper finden.

DASS Nanopartikel in unseren Organismus eindringen, gilt als sicher. Völlig unklar ist bislang allerdings, wie sich die Teilchen dort auswirken. Gelingt es den Partikeln, körpereigene Schutzmechanismen zu überwinden, sind Entzündungen und Organschäden denkbar. Letztlich kann selbst eine langfristige Schädigung des Erbgutes nicht ausgeschlossen werden. Wirken die fraglichen Stoffe, über lange Zeit im Körper eingelagert, giftig oder gar krebserregend? Man weiß es nicht. Es gibt kaum verwertbare Fakten über Nanotechnologie-Risiken. Langzeitschäden an Mensch und Umwelt werden sich frühestens in einigen Jahren zeigen. Dem Einsatz und der Verbreitung der neuen Technologie steht dies allerdings nicht im Wege. Der Mensch testet hier gewissermaßen an sich selbst.

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